Artikel aus der Gießener Allgemeinen

Gestaltung der Dorfmitte auf Platz eins der Prioritätenliste

Grünberg (sc). 2008 als Förderschwerpunkt anerkannt, wird es immer konkreter mit der Dorferneuerung Weitershain. Eine sechsmonatige »Projektdefinierungs-Planung« liegt hinter den Weitershainern. In dieser Zeit trafen sich Arbeitsgruppen, ein Fragebogen wurde im Dorf verteilt und von 42 Prozent der Haushalte beantwortet. Am Dienstagtrafen sich rund 25 interessierte Weitershainer, Ortsvorsteherin Anita Weitzel und Grünbergs Bürgermeister Frank Ide mit Ulrike Stiehl vom Wetzlarer Amt für Dorf- und Regionalentwicklung und Regionalberaterin Nathalie Franzen »(Geographische Planungsbüro«).
Auch auf der Wunschliste: Tourismus und Bioenergiedorf

Für die per Fragebogen ermittelten Wünsche der Bürger im nördlichsten Ortsteil Grünbergs nach Tourismusförderung - beispielsweise eine Radwegeanbindung - komme nicht das Dorferneuerungsprogramm, kämen andere Fördermittel in Frage, erläuterte Weitershains Ortsvorsteherin Anita Weitzel auf Nachfrage der »Allgemeinen«. »Doch für die Konzepterstellung (im Bereich Tourismus und Freizeit, Anm. der Red.) sind Mittel in diesem Maßnahmenkatalog eingestellt.«
Auch die Idee »Bioenergiedorf« ist laut Weitzel »noch am Werden«, derzeit sei die Bevölkerung aufgerufen, einen Energiefragebogen auszufüllen. Auch hier gebe es aber andere Fördertöpfe.

Letztere ist verantwortlich für die Konzeption der Dorferneuerung und stellte die Auswertung der Fragebogenaktion vor. Das positivste Ergebnis vorweg: 81 Prozent der Befragten gab an, sie fühlten sich wohl im Ort, 87 Prozent sind der Meinung, die Dorferneuerung bringe Weitershain nach vorne, mache es lebenswerter. Festzulegen, welche öffentlichen Maßnahmen auf der Wunschliste der Bürger ganz oben stehen, war Ziel der Bürgerveranstaltung am Dienstag. Dieser Maßnahmenkatalog wird am 4. Mai bei einem Koordinierungstermin Vertretern der Investitionsbank Hessen vorgelegt. Diese wird dann entscheiden, was gefördert wird.

In AGs hatten Weitershainer den Maßnahmenkatalog erstellt. Inwieweit dieser von der Bevölkerung getragen wird, sollte ein Fragebogen klären, über dessen Auswertung Franzen nun informierte. So erklärte sie, dass Kinder und Jugendliche sich mehr Spielplätze bzw. eine bessere Freizeitgestaltung wünschten. Die Erwachsenen vermissten ausreichende Kinderbetreuung, kulturelle und Sport-Angebote, sowie Gastronomie. Bei den Senioren standen Dienstleistungen nach Bedarf, Einkaufsfahrgemeinschaften und ein Lieferservice auf der Wunschliste.
Einen dringenden Handlungsbedarf sehen die Befragten in Hinblick auf den Zustand des Dorfgemeinschaftshauses, es gehe um eine funktionale Verbesserung und Renovierung. »Der Idee eines Nachbarschaftsladens stehen die Weitershainer interessiert gegenüber«, sprach Franzen eine weitere Idee zur Verbesserung der Infrastruktur an.
Die Weitershainer wünschen sich Verkehrsberuhigung und die Anbindung an einen regelmäßig verkehrenden ÖPNV. Franzen merkte an, dass eine sinnvoll geplante Verkehrsberuhigung des Dorfkerns innerhalb eines Dorfkonzeptes auch den Wünschen im Bereich Ortsbild und Dorfökologie, nach schönerer Grüngestaltung entgegen kommen würde: »Hier könnte dann auch der Wunsch nach Bänken und einem zentralen Dorfplatz Niederschlag finden.« Als weiteren wichtigen Aspekt für den Standortfaktor »Lebensraum Dorf« habe der Fragebogen die Verbesserung der DSL-Verbindung ergeben. Und interessiert seien die Bürger auch am Thema Energie, zu dem sie sich mehr Informationen wünschen, erläuterte die Planerin. Und merkte an, dass eine Infoveranstaltung zusammen mit Odenhausen bereits geplant, aber noch nicht terminiert sei.

Mit den Ergebnissen der Fragebogenauswertung konnten die Arbeitsgruppen somit ihre bisherige Arbeit bestätigt sehen. Zeigten sie doch, dass von ihnen erarbeitete Zielsetzungen und Projekte von der Bevölkerung getragen werden.

Backhaussanierung zeitlich vorne

Der Maßnahmenkatalog der Weitershainer im Einzelnen: Die Gestaltung der Dorfmitte am Backhaus, an der Feuerwehr und der Dorfpumpe (veranschlagte Gesamtinvestitionskosten: 200 000 Euro) setzten die Teilnehmer der Infoveranstaltung auf Platz eins ihrer Prioritätenliste. Direkt gefolgt von der gewünschten funktionellen Verbesserung des Dorfgemeinschaftshauses (300 000 Euro). Hier wünschen sich die Dorfbewohner einen behindertengerechten Eingang und Toiletten, die durch einen Anbau am denkmalgeschützten Komplex ermöglicht werden könnten.

Auf Platz 3 kam die Sanierung des Backhauses (40 000 Euro), gefolgt von dem Wunsch nach einer Freiflächengestaltung und Begrünungsmaßnahmen (100 000 Euro), der Einrichtung eines »Nachbarschaftsladen« (5000 Euro für eine Machbarkeitsstudie, im Fall der Verwirklichung zusätzlich 100 000 Euro), Ortskernentwicklungskonzept (25 000 Euro) und Naherholungs-/Freizeitangebote-Konzept (5000 Euro).
Zwar »nur« auf Platz drei der Prioritätenliste, so hat die Backhaussanierung jedoch gute Chancen, als erstes Projekt der Dorferneuerung angegangen zu werden. Denn die Backhaussanierung erfordere wenig Vorarbeiten, anders als die Verbesserung des DGH und die Umgestaltung der Dorfmitte, begründeten Franzen, Stiehl und Ide ein zeitliches Vorziehen dieses Punktes.
72 Prozent der Befragten »würden gerne in einem Nachbarschaftsladen einkaufen«. Doch noch seien zu viele Fragen zur Umsetzung offen, vermutete Ortsvorsteherin Weitzel, weswegen dieser auf Platz fünf der Prioritätenliste stehe. Eine Machbarkeitsstudie - die Förderung durch das Dorferneuerungsprojekt vorausgesetzt - soll klären, ob ein solcher Laden Zukunft in Weitershain habe. Und falls diese positiv ausfällt, freute sich Weitzel, habe die Stadt optional 100 000 Euro für die Herrichtung auf den Plan gesetzt.

»Arbeitskreis Dorferneuerung« gebildet

Für das weitere Vorgehen der Dorferneuerung haben sich am Dienstagabend 15 Weitershainer zu einem »Arbeitskreis Dorferneuerung« zusammen gefunden. Dieser löst die bisherigen Arbeitsgruppen ab und begleitet die Umsetzung der Maßnahmen und ist an der konkreten Ausgestaltung der Projekte beteiligt.




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Frau Stiehl

Landrat des Lahn-Dill-Kreises
Abteilung für den ländlichen Raum
Dorf- und Regionalentwicklung 24.3
Georg-Friedrich-Händel Str. 5, Gebäude B2
35578 Wetzlar
Telefon: 06441 / 407 179
 



Link zum Dorfentwicklungskonzept Weitershain  InfoMaterial Dorferneuerung Weitershain. pdf



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